Z - Zeit

Martin Luther stand mit beiden Beinen in der Gegenwart. Philosophische Überlegungen über das Wesen der Zeit hat er nicht angestellt. Dass sich nun, in den entscheidenden Jahren der Reformation, etwas tun muss, diese Erkenntnis prägt sein Zeitverständnis. Er formuliert, sicherlich nicht zufällig mit Anklang an die Redeweisen der apokalyptischen Prediger: „Die Zeit ist da, tu Buße, Deutschland, zur Zeit der Gnade!“.

Als mittelalterlichem Menschen ist es für ihn eine ausgemachte Sache, dass man an den Ereignissen der Zeit Gottes Gericht und Gnade ablesen kann. Das geht bis in die Alltagserfahrungen hinein. Hans-Martin Barth berichtet in seinem Buch „Die Theologie Martin Luthers – eine kritische Würdigung“ von dem Vorfall, dass Luther bei Tambach von den „unerträglichen Schmerzen seines Steinleidens befreit“ wurde. Daraufhin schrieb Luther erleichtert an seine Frau, viele Fürbitten hätten bewirkt, „dass mir Gott diese Nacht der Blasen Gang geöffnet hat. Alles hat seine Zeit, man kann sie Gott nicht vorschreiben.“

Z - Zitate

Die Werke Martin Luthers füllen ein ganzes Bücherregal, allein die Weimarer Ausgabe (WA) umfasst mehr als 60 Bände. Berühmt gewordene Zitate des großen Reformators begegnen dem Leser dort allenthalben. Kaum ein Thema, zu dem Luther nicht prägnante, lebensvolle Sätze einfielen.

Auf Zitate wie diese muss man erst einmal kommen: "Die Welt kann die Frauen nicht entbehren, selbst wenn die Männer allein die Kinder bekämen." (WA TR l; Nr. 250) Oder: "Wir Deutschen sind ein wildes, rohes und tobendes Volk, mit dem nicht leicht etwas anzufangen ist, es treibe denn die höchste Not." (WA 19, 44). Von großer menschlicher Kenntnis zeugen Zitate wie diese: "Ein menschlich Herz ist wie ein Schiff auf einem wilden Meer, welches die Sturmwinde von den vier Orten der Welt treiben" (WA DB 10, l, 100). Und: "Die Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, desto größer wird er" (WA TR 1, 137).

Manche Zitate allerdings sind wohl eher Legende. Vor den beim Reichstag in Worms im April 1921 versammelten Kur- und Reichsfürsten sollte Luther sich von Auffassungen distanzieren, die er in seinen 1520 erschienenen Büchern publiziert hatte. Nur dadurch hätte der bereits mit dem Kirchenbann belegte Reformator der drohenden Reichsacht entgehen können. Doch Luther lehnte einen Widerruf vehement ab, angeblich mit den Worten: "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ Historisch belegt ist allerdings nur diese Äußerung Luthers: "Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!"

Darum soll jeder seine Sachen Gott befehlen und das, was Er ihm in die Hand gibt, fröhlich gebrauchen. Das Zukünftige soll er dem Regiment Gottes herzlich anheim stellen.

Martin Luther

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