„Wir sind alle Gottes Kinder…“

Vor 500 Jahren führte sein Eintreten für die Wahrheit letztlich zur Spaltung – heute wirkt „Luther“ integrativ: Der Projektchor der Stiftung Eben-Ezer aus Lemgo (www.eben-ezer.de) besteht aus Menschen aller Befähigungen. Neben Stiftungsmitarbeitern sind mindestens ein Drittel der Sängerinnen und Sänger Personen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen, die in den Einrichtungen der Organisation wohnen. Dazu gesellt sich eine ganze Anzahl weiterer Musikfreundinnen und –freunde  aus dem Umfeld Lemgos bzw. dem Kreisgebiet Lippe , die dem Aufruf von Eben-Ezer zur Bildung eines Projektchors für die Aufführung in Halle gefolgt sind.

„Wir sind sehr stolz darauf, eben nicht der klassische ‚normale‘ Chor zu sein“, sagt Anna Ikramova, Kirchenmusikerin und Leiterin des Ensembles. Die 50-jährige studierte am Tschaikowski-Konservatorium in Moskau Komposition, Musiktheorie und Klarinette sowie an der Folkwang Hochschule in Essen Komposition und elektronische Komposition. Es folgte ein Aufbaustudium zur Diplommusikpädagogin und Kirchenmusikerin an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Heute arbeitet sie – wie sie selber sagt – „voller Begeisterung und täglicher Neugier“ mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stiftung: „Behinderte Menschen sind in vielen Fällen viel offener für Neues oder das, was sich nicht sofort erschließt“, erzählt sie. So könnten einige der Sängerinnen und Sänger nicht lesen, erlernten aber trotzdem schnell den Text: „Sie sind nicht auf Schrift fixiert, sondern übernehmen die Worte und die Melodie auch allein durch Hören. Und wenn eine ganze Chorstimme singt, werden diejenigen, die noch nicht ganz text- oder melodiefest sind, einfach mitgerissen.“

Dass das Konzept funktioniert, haben vorangegangene Projekte gezeigt: Gemischte Chöre der Stiftung Eben-Ezer führten bereits Musicals wie „Samuel“ oder auch Bach-Kantaten auf. Das emotionale Pop-Oratorium passt da hervorragend ins Konzept. Auch Anna Ikramova fühlt sich mit „Luther“ sehr wohl: Zwar sei der Reformator während ihrer Studienzeit in der Sowjetunion noch „kein großes Thema“ gewesen. Aber ihre Abschlussarbeit in Liturgie an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford  hat sie bereits über ihn geschrieben und freut sich nun schon sehr auf die Fahrt mit den derzeit knapp 60 Chormitgliedern zur Aufführung nach Halle. Vielleicht werden sie bis dahin sogar 70 Personen sein. Wie viele davon dann behindert oder nicht eingeschränkt sind, ist der Chorleiterin egal: „Wir sind zusammen ein Klangkörper, der die Musik zur Ehre Gottes erklingen lässt.“

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Martin Luther

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