W - Wallfahrt

Martin Luther lehnte Ablässe und gute Werke, wie Wallfahrten, entschieden ab, sofern sie darauf zielen, Rechtfertigung zu erlangen. Diese Kritik wirkte sich natürlich auch aus auf das Wallfahrtswesen. Zwar schreibt er in seiner Schrift "An den christlichen Adel“ (WA 6, 437) noch: "Das sag ich nit darum, daß Wallfahrten böse seien, sondern daß sie zu dieser Zeit übel geraten". Doch in seiner "Jakobus-Predigt" weitet er die Kritik aus und rät von solchen frommen Reisen ab: "Hat aber jemand ein Gelübde getan, zu Sankt Jacob zu reisen oder an andere Orte, der laß es hinfahren. Es ist ein Gelübde wider deine Seligkeit, denn Gott hat kein Gefallen an den Narrenwerken noch an solchen Gelübden. Doch sollst du solch dein närrisch und ungöttlich Gelübde bereuen und Gott um Gnade bitten, daß er dir solche Unwissenheit und Unglauben wolle verzeihen“ (WA 17/II, 465).

Die Kritik des Reformators Ulrich Zwingli fällt noch härter aus. Er nennt die Wallfahrten im 25. Artikel seiner Schlussreden "nicht allein närrisch, sondern auch antichristlich" (Z II, 248), und für Johannes Calvin sind sie gar "erfüllt von offenkundiger Gottlosigkeit“ (Inst. IV, 13, 7).

Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren.

Martin Luther

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