U - Universitäten

Durch die Reformation bekamen die Universitäten einen zusätzlichen Auftrieb. Sie hatten nicht nur Bedeutung für die hier Lehrenden und Studierenden, sondern auch für die Öffentlichkeit. Die akademische und politische Öffentlichkeit nahm am Leben der Universitäten teilweise regen Anteil. Zu Universitätsgottesdiensten hatten alle Interessierten Zutritt. So erhielt Martin Luther 1514 vom Wittenberger Rat einen Predigtauftrag für die Stadtkirche, den er, obwohl er auch Klosterprediger war, pflichtbewusst wahrnahm. Für die Studierenden waren die öffentlichen Predigten auch Teil ihrer akademischen Ausbildung.

Stärker als Luther beeinflusste allerdings Philipp Melanchthon die Entwicklung der akademischen Ausbildung. Auf ihn geht auch die Gründung der evangelischen Gelehrtenschule zurück: als vorbereitende Lateinschulen, wie auch in den größeren Schulen in den Städten oder in den Klosterschulen Sachsens und Württembergs. Und Melanchthon reformierte die Universitäten. Wittenberg war für andere Universitäten ein Vorbild,  hier erarbeitete Melanchthon gemeinsam mit Luther neue Statuten. Tübingen, Frankfurt an der Oder, Leipzig, Heidelberg oder Greifswald: Überall war der Einfluss der Reformatoren zu spüren.

Bete so, als würde jedes Arbeiten nichts nutzen und arbeite so, als würde jedes Gebet nichts nutzen.

Martin Luther

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