S - Satan

Vieles in Martin Luthers Denken und Reden gibt mittelalterlichen Vorstellungen von Satan, Hexen und Zauberern Raum. Für ihn ist es eine ausgemachte Sache, dass der Mensch von Dämonen umgeben ist, die ihm auf die unterschiedlichsten Weisen zusetzen. Selbst hinter der Propstei von Wittenberg will er sie gesehen haben.

Nicht immer wird deutlich, was er von diesen Vorstellungen hält. Vieles an den mittelalterlichen Zauberei- und Hexenvorstellungen habe er kaum hinterfragt, schreibt Hans-Martin Barth in seinem Buch "Die Theologie Martin Luthers – eine kritische Würdigung“. Einer der Gründe war offensichtlich: Auch in der Bibel ist die Rede von Zauberern. Heute erscheint es widersprüchlich, dass Luther einerseits den Glauben an Zauberei und Hexenwesen scharf verurteilte, er zugleich aber davon ausging, dass es Menschen gibt, die sich satanischer Praktiken bedienen .

Zauberei verurteilte Luther als Ungehorsam gegen Gott. Und entschieden lehnte er die Vorstellung ab, dass aus der sexuellen Verbindung zwischen Teufel und Mensch ein Kind entstehen könne, eine Fantasie, die im mittelalterlichen Hexenglauben eine große Rolle spielte. Über vermeintliche Satansanhänger urteilte Luther nicht zimperlich. Hans-Martin Barth schildert in seinem Luther-Buch: "Ende Juli 1537 wurde in Erfurt, obwohl er sein (ihm unterstelltes) Tun bereut hatte, ein angeblicher Wahrsager und 'Schwarzkünstler’ mit Namen Johannes verbrannt. Aus heutiger Sicht kann es nicht anders denn als zynisch angesehen werden, wenn Luther bei Tisch kommentiert: 'Johannes tat rechtschaffen Buße und brachte mit seinem Exempel viele Leute zur Gottesfurcht, und starb mit fröhlichem Herzen.’“

S - Segen

Der Segen ist eine zeichenhafte "Vermittlung" von Gottes Gnade an die Menschen. Mit ihm geht natürlich keine quasi automatische Weitergabe von Glück und Gnade einher, der Segen stellt den Menschen vielmehr unter den Schutz Gottes, wofür sich der Betroffene aber würdig erweisen muss. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen Begriff signare, auf Deutsch: mit einem Zeichen versehen. Der Segen erfolgt nicht aus eigener Vollmacht dessen, der segnet, sondern "im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Der älteste Segen, den die Bibel überliefert, ist der "Aaronitische Segen" (in dem die Dreieinigkeit Gottes aus naheliegenden Gründen noch nicht thematisiert ist). Dieser Segen wird in jüdischen und christlichen Gottesdiensten gesprochen: "Der Herr segne und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich (oder: auf dich) und gebe dir Frieden“. "Aaronitisch“ heißt dieser Segen aus folgendem Grund: Auf Geheiß Gottes teilte Mose seinem drei Jahre älteren und zum Hohepriester berufenen Bruder Aaron sowie dessen Söhnen mit, dass sie genau diesen Segen in Zukunft als Zeichen ihres priesterlichen Amtes sprechen sollen (4. Mose 6,24-26).

Es war Martin Luther, der diesen zuvor selten gesprochenen Segen 1525 in den evangelischen Gottesdienst einführte. Auch die Reformatoren Johannes Calvin und Ulrich Zwingli übernahmen ihn. Es ist beachtenswert, dass gerade Martin Luther, der durchaus zu antijüdischen Äußerungen in der Lage war, diesen genuin jüdischen Segen in der Liturgie zur Geltung brachte und damit auch die Einheit von Altem und Neuem Testament betonte.

S - Sehnsucht

Martin Luther war ein Leben lang von einer starken Sehnsucht nach Heil erfüllt. In vielen Lebenslagen quälte ihn die Suche nach einem gnädigen Gott und nach dem richtigen Weg zum Heil. Die Hoffnung auf Gottes Gnade ist sein Lebensthema. Spätestens als er sich entschied, ins Erfurter Kloster der Augustinereremiten zu gehen, gab er dieser Sehnsucht Vorrang vor allen anderen theologischen Fragen. Luther stand viele Jahre unter der existenziellen Furcht, vor Gott nicht bestehen zu können. Darin zeigt sich eine für die Zeit verbreitete Furcht vor Tod, ewiger Verdammnis und Hölle (die von der Kirche eifrig geschürt wurde) und auch ein besonders ernstes Gottesverständnis Luthers: Es gibt nichts, was nicht aufgrund von Gottes Willen auf Erden geschieht.

Luthers Sehnsucht nach Rechtfertigung, sein Hoffen auf einen gnädigen Gott, fanden eine verblüffende, befreiende Antwort, als er bei der Lektüre des Römerbriefs verstand: Er selbst wie alle anderen Menschen werden nicht durch eigene Leistungen und gute Taten gerechtfertigt, also „geheilt“. Dafür ist ganz allein die Gnade Gottes entscheidend – und Gott schenkt sie den Menschen, ohne auf deren Verdienste zu schauen.

Den aller Welt Kreis nie beschloss, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein.

Martin Luther

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