R - Rechtfertigung

Der junge Martin Luther litt große seelische Qualen. Angesichts seiner menschlichen Schwächen fürchtete er, nie vor Gott bestehen zu können und geradewegs für das Höllenfeuer bestimmt zu sein. Die Frage, mit der er sich geißelte: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ – einen Gott, der ihn trotz seiner Schwächen und Fehler nicht fallen lässt?

Für diese Lebensfrage gibt es einen theologischen Schlüsselbegriff: den der Rechtfertigung des Menschen durch Gott. Dabei geht es nicht darum, dass ein Mensch sein Verhalten verteidigt, indem er mit wortreichen Erklärungen seinen Kopf aus der Schlinge zieht. Es ist überhaupt nichts, was er selbst ausrichten könnte. „Rechtfertigung“ beschreibt vielmehr die heilsame Zuwendung Gottes zu den Menschen. Im Brief des Paulus an die Römer (Kapitel 5) ist zu lesen, Gottes Gnade sei den Menschen „überreich zuteil geworden“ und die Gnade helfe „aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit“.

Rechtfertigung in diesem Sinn bedeutet also nicht Selbstrechtfertigung. Vielmehr wiederfährt es den Menschen, wieder zu Gerechten „gemacht“ zu werden, und zwar durch Leben und Tod Jesu. Solche Rechfertigung kommt den Menschen zugute ohne Ansehen ihrer Person und ihrer Leistungen.

Martin Luther reagierte deshalb scharf auf den zeitgenössischen Handel mit Reliquien und Ablassbriefen, der den Menschen Einfluss auf Gottes Urteil versprach. Dies war einer der zentralen Punkte, die er mit seinen 95 Thesen anprangerte. Für ihn selbst war es eine Erlösung zu entdecken: Die Menschen verdienen sich nicht Heil und Gnade, sondern diese werden ihnen großzügig und grundlos zuteil - wenn sie sich auf Gott einlassen.

R - Ritteraufstand

Die Ritter in Deutschland verloren mit Beginn des 16. Jahrhunderts an militärischem, politischem und wirtschaftlichem Einfluss. Kein Wunder, dass sie nach Möglichkeiten suchten, ihre Macht zurückzugewinnen. In dieser Hinsicht erhofften sie sich viel von der Reformation. Sie spekulierten auf die Enteignung kirchlicher Gebiete und wollten die Fürstenherrschaft brechen. Unter der Führung des Reichsritters Franz von Sickingen kam es in den Jahren 1522 bis 1523 zur Rebellion, dem "Pfälzischen Ritteraufstand".

Von Sickingen hatte sich schon früh für die Sache Martin Luthers eingesetzt und ihm zum Beispiel für den Fall der Verfolgung Asyl auf seiner Ebernburg (bei Bad Münster am Stein, Nahetal) angeboten. Während Luther davon keinen Gebrauch machte, sammelten sich hier 1521/22 eine ganze Reihe anderer bedeutender Köpfe der Reformation, die wegen ihrer Nähe zur Reformation meist ihre Anstellung verloren hatten oder fliehen mussten. Die Ebernburg trug deswegen den Titel "Herberge der Gerechtigkeit".

Von Sickingen hatte sich unter anderem von dem Reichsritter und Humanisten Ulrich von Hutten, einem geistreichen Kritiker kirchlicher Missstände, für die Ziele der Reformation begeistern lassen. Als die Ritter sich gegen das Erzbistum Trier erhoben, wurden sie militärisch geschlagen, mit der Reichsacht belegt und schließlich durch Einheiten des Trierer und des Pfälzer Kurfürsten sowie des Landgrafen von Hessen ganz aufgerieben. Franz von Sickingen starb an den Folgen des Einsturzes eines Festungsturms. Auch der taktische Schulterschluss mit der Reformation konnte den weiteren Bedeutungsverlust der Reichsritter nicht verhindern.

Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren.

Martin Luther

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