O - Obrigkeit

Der von Gott eingesetzten Obrigkeit zu gehorchen war für die Reformatoren grundsätzliche Christenpflicht. Ein Widerstandsrecht gegen Tyrannen, wie sie zum Beispiel seit der Antike von etlichen Philosophen und Theologen formuliert wurde, nahmen allerdings auch Anhänger der Reformation für sich in Anspruch.

Das galt aber nur so lange, bis sich die konfessionellen Konflikte blutig zuspitzten. Martin Luther verfasste im deutschen Bauernkrieg ein wutschäumendes Pamphlet „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ und bestritt fortan ein Widerstandsrecht, das den Gehorsam gegen die Obrigkeit missen lässt: „Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; so wie man einen tollen Hund totschlagen muss; schlägst du ihn nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.“ (Feldmann, 95).

Luther unterstützte die enge Verbindung von Thron und Altar, wodurch die reformatorisch gesinnten Landesherren zugleich auch zu geistlichen Herren wurden. Anders als das staatsnahe Luthertum halten dagegen die Anhänger Johannes Calvins und Ulrich Zwinglis stärker am Widerstandsrecht fest.

Grundlegend für Luthers politische Ethik ist die Zwei-Reiche-Lehre: Jeder Mensch steht unter einem geistlichen und unter einem weltlichen Regiment, die klar voneinander zu trennen sind, aber beide unverzichtbar sind. „Deshalb muss man diese beiden Regimente mit Fleiß voneinander scheiden und beides bleiben lassen: Eines, das fromm macht, das andere, das äußerlich Frieden schaffe und bösen Werken wehret. Keines ist ohne das andere genug in der Welt. Denn ohne Christi geistliches Regiment kann niemand vor Gott fromm werden durchs weltliche Regiment . . . Wo aber das geistliche Regiment allein über Land und Leute regiert, da wird der Bosheit der Zaum los und aller Bübereie Raum gegeben.“, schreibt Luther. Zugleich ermahnt Luther die Obrigkeit, „mit Gottesfurcht zu handeln und als erstes die Sache Gott anheimstellen…“ (Martin Luther Schriften, Hg.  Karin Bornkamm,  IV, 136). Luthers Zwei-Reiche-Lehre war ein wichtiger Impuls zur Entwicklung der pluralistischen Gesellschaft.

Lutherschrift: Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei

Darum ist´s gut, dass man am frühen Morgen das Gebet das erste und am Abend das letzte Werk sein lässt.

Martin Luther

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