M - Muttersprache

Dass Martin Luther in der Öffentlichkeit eine so breite Aufmerksamkeit fand, hängt auch mit seiner besonderen Wertschätzung der deutschen Muttersprache zusammen. Er war zwar nicht der Erste, der an die Übersetzung der Bibel ging – es gab 18 deutsche Bibeldrucke vor ihm –, aber zu einer starken Verbreitung der deutschen Bibel kam es erst durch die Lutherbibel und die Zürcher Bibel Ulrich Zwinglis.

Luther setzte seine ganze Sprachfantasie ein, um den Text der Vulgata ins Deutsche zu übertragen. Er übertrug das Alte und das Neue Testament aus dem Hebräischen, dem Aramäischen und Griechischen ins Frühneuhochdeutsche. Im September 1522 war eine erste Auflage des Neuen Testaments fertig, 1534 eine vollständige Bibel. Beim Übersetzen rückte Luther deutlich von der lateinischen Bibel ab und griff intensiver auf die griechische zurück. Er übersetzte nicht Wort für Wort, sondern in sinnvollen Sprachbildern und mit literarischem Verstand. Diese Vorgehensweise rechtfertigte er später mit den Worten, so wie in einer wörtlichen Übersetzung würde kein Mensch reden. Er habe deutsch, nicht aber lateinisch oder griechisch reden wollen. Luthers Schriftprinzip ("allein durch die Schrift“) führte zu einem starken Interesse am biblischen Urtext, ein Interesse, das er beherzt zu befriedigen versuchte. Die Verbreitung der deutschen Bibel erhielt durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern 100 Jahre zuvor einen besonderen Schub. Gleichwohl wäre eine Ausgabe seiner Bibel für Menschen ohne Vermögen nicht erschwinglich gewesen.

Ulrich Zwingli seinerseits berücksichtigte bei seiner Übersetzung auch alemannische Spracheigenheiten. Die Herausgabe der Zürcher Bibel hatte nichts mit theologischen Differenzen zu tun; sie diente lediglich der besseren Verständlichkeit, da sich Süddeutsche und Eidgenossen damals mit dem Lutherdeutsch schwertaten.

Die Verwendung deutscher Texte in Gottesdiensten und beim Bibelstudium wurde zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal zwischen der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche, die ihrerseits die lateinische Sprache intensiv pflegte, vor allem in der Liturgie. Übrigens stammt auch das erste umfangreiche deutsche Wörterbuch aus dem 16. Jahrhundert. Erstellt wurde es von Joshua Maaler und heißt „Die Teutsche Spraach: Dictionarium Germanico-latinum novum“ (1561).

M - Mönch

Als der junge Student Martin Luther sein Jurastudium abbrach und am 17. Juli 1505 bei den Augustiner-Eremiten in Erfurt eintrat, soll sein Vater getobt haben vor Wut. In seinen Augen verzichtete sein Sohn auf eine erfolgreiche Berufskarriere. Luther selbst bekannte: „Ich bin nicht gern ein Mönch geworden“. Seinem Vater versicherte er, das sei durchaus kein freiwilliger Schritt gewesen: „Von Schrecken und der Furcht vor einem plötzlichen Tod umwallt legte ich ein gezwungenes und erdrungenes Gelübde ab.“ (Luther Deutsch 2, S. 324, zit. nach Christian Feldmann, Martin Luther, 2009).

Die Augustiner-Eremiten waren ein aus verschiedenen Einsiedlerkongregationen zusammengewachsener Zweig des Augustinerordens. Hier herrschte strenge Disziplin, der Lebensstil war äußerst spartanisch. Aber der Orden war aufgeschlossen für die theologischen Diskussionen der Zeit, ihre Mitglieder waren an Universitäten, Schulen und in der Seelsorge tätig. In Erfurt studierte auch der Ordensnachwuchs.

Luther trat erst im Oktober 1524 aus dem Kloster aus und gab seine Lebensform als Mönch auf. Am 13. Juni 1525 verlobte er sich mit der ehemaligen Nonne Katherina von Bora und heiratete sie am 27. Juni 1525, was zu hämischen Bemerkungen von Seiten der Reformationsgegner führte.

Anfechtung ist die notwendige Kehrseite des Glaubens. Wer nicht angefochten wird, kann auch nicht glauben.

Martin Luther

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