Der Tausendsassa

Er zieht die Register bei den Luther-Aufführungen: Heribert Feckler ist Hauptdirigent des Pop-Oratoriums und speziell für die Leistung des Symphonieorchesters sowie der Band verantwortlich. Wir haben ihm fünf Fragen gestellt:

Herr Feckler, sie halten beim Pop-Oratorium Luther die instrumentalen Fäden zusammen. Ist es schwer, gegen einen so gewaltigen Chor „anzuspielen“?

Es ist ja kein „dagegen anspielen“, sondern ein „gemeinsam mit dem Chor musizieren“. Erst zusammen entsteht der unverwechselbare Gesamteindruck des Pop-Oratoriums. Aber ich verstehe die Frage, die ja auch in Richtung der Hörbarkeit zielt: Das regelt einerseits die Technik. Andererseits hat man mit einem ganzen Symphonieorchester plus Band schon einen gewissen „Wumms“ zur Verfügung. Da passt ein solch großer Chor sehr gut.

Eigentlich schlägt Ihr Herz aber besonders für die Sängerinnen und Sänger…

Aber so was von! Ich habe Gesang studiert, bin Gesangslehrer und habe selbst als Solist Opernproduktionen wie die Zauberflöte oder Musicals wie Jesus Christ Superstar bestritten. Man kann also durchaus sagen, dass ich mich als Teil des Chors betrachte. Auch wenn ich nicht aktiv mitsinge.

Wie schwierig ist denn das Zusammenspiel von Stimmen und Instrumenten angesichts dieser Dimensionen? Gibt es da Besonderheiten?

Ja, zum Beispiel den „Choreffekt“: Wenn der letzte Sänger in der letzten Reihe ein Dirigat, also einen Auftakt, sieht und zu singen beginnt, kommt sein Schall erst eine halbe Sekunde später bei mir an. Denn er steht ja bis zu 150 Meter von mir und vom Mikrofon entfernt. Das hat schon eine gewisse Auswirkung.

Bei den Instrumenten gibt es das weniger: Da stehen die Mikrofone viel näher und außerdem haben wir ein ausgeklügeltes Monitorsystem, über das sich jeder Musiker selbst und die anderen Instrumente hören kann. Nur eben der Chor, der hat eine gewisse Verzögerung.

Doch ich will das nicht als Nachteil darstellen. Es ist eher das Besondere einer solchen Aufführung:  Erst die verschiedenen Timbres und die Tatsache, dass bei so vielen Sängern niemals alle wirklich absolut gleichzeitig einsetzen können, macht den Charme eines Megachors aus. Und der Zuhörer nimmt die kleinen Laufzeitverzögerung dank der Technik sowieso eher unbewusst auf.

Nun sind beim Chor auch Neulinge dabei. Menschen, die vielleicht noch nie vorher öffentlich gesungen haben. Hören Sie das heraus?

Ehrlich gesagt: nein. Es sind viel zu viele, als dass ich das hören könnte. Dass der eine oder andere  Teilnehmer frisch dabei ist, sieht man eher. Zum Beispiel daran, wie jemand die Noten hält: Erfahrene Sänger halten sie meist etwas tiefer, um über den Rand den Blick zum Dirigenten zu haben. Wir haben das mal „touch and go“ genannt. Es ist in etwa wie ein Navi direkt unter der Windschutzscheibe: Man erfasst beides – die Navigation und den fließenden Verkehr. Aber die meisten Sänger können ihre Parts ja sowieso auswendig.

Letzte Frage: Die Regionalproben beginnen. Was erwarten Sie musikalisch davon? Worauf sollten die Sängerinnen und Sänger Ihrer Ansicht nach ganz besonders achten?

Da bin ich eigentlich der falsche Adressat, denn ich bin nicht für die Regionalproben zuständig. Aber wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich die rhythmische Präzision und Diktion nennen. Es ist immer das größte Problem aller Chorleiter: Setzen alle – besonders zu Beginn der Phasen – auch wirklich auf den Punkt gleichzeitig ein? Oder klingt es irgendwie verwaschen? Damit der direkte und packende Eindruck des Pop-Oratoriums entsteht, müssen alle extrem aufmerksam sein: richtig wach und ehrgeizig. Aber das sind die Chöre auf jeden Fall!

Herr Feckler, wir danken für das Interview!

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