B - Beruf

Für Luther sind Menschen jeden Standes und Berufs gleichwertig. Denn Gott hat sie zu dem berufen, was sie alltäglich tun. Wie ein Priester sein Amt als Gottesdienst sieht, so dürfen und sollen auch Handwerker, Kaufleute oder Mägde ihre Berufe als Gottesdienst verstehen. Diese Sicht der Dinge führte seit der Reformationszeit zu einer nachhaltigen Aufwertung der Alltagsarbeit, auch jener, die zuvor wenig geachtet wurde.

Das "lutherische Berufsethos" hat das Wirtschaftsleben und das Berufsverständnis nachhaltig geprägt: Fleiß und Disziplin galten fortan als gottgefällig. Eine weitere Aufwertung dieser Arbeitstugenden kam, als sich das lutherische Berufsethos mit der Erwählungslehre des Calvinismus verband. Dem zufolge gilt beruflicher Erfolg als Zeichen von Gottes besonderer Zuwendung zu bestimmten Menschen, ein deutlicher Widerspruch zu Luthers Auffassung, dass alle Berufstätigkeiten auf Gottes Wunsch und Wille zurückgehen.

Das ist Gottes Werk und Kunst, dass er böse Sachen gut machen kann, wenn wir es verderbt und verwahrlost haben. Gott pflegt aus nichts alles zu machen.

Martin Luther

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